Im Bann eines Meisters der Fotografie

Das Museum für Fotografie Berlin zeigt 464 Buchseiten aus Helmut Newton’s SUMO – das Kunstbuch dazu erschien 1999 im Taschen-Verlag

„Helmut Newton: Work“ ist der Katalog betitelt, der im Jahr 2000 anlässlich der Ausstellung zu Ehren des 80. Geburtstages von Helmut Newton in der Neuen Nationalgalerie Berlin herausgegeben wurde. Beim stöbern in einem organisierten Buchverkauf fiel er mir damals auf und gehört seitdem zu den besonderen Exemplaren in meinem Bücherschrank. Helmut Newton, am 31. Oktober 1920 in Berlin geboren (gest. am 23. Januar 2004 in Los Angeles) gehört zweifellos zu den einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Newton hat wahrhaft Prominente und vor allem Frauen in besonderen Situationen abgelichtet. Porträts, Mode- und Werbeaufnahmen, Aktfotos, Montagen und experimentelle Arbeiten umfassen sein Lebenswerk.

Vor zwanzig Jahren brachte der Kölner Taschen-Verlag www.taschen.com erstmals als Kunstbuch Helmut Newton’s SUMO heraus. Heute, zwanzig Jahre später gibt es SUMO als Ausstellung. Im Museum für Fotografie in Berlin hängen die 464 Buchseiten gerahmt neben und übereinander angeordnet in einer – wie ich finde – gigantischen Schau. www.helmutnewton.com In einem autobiografischen Text nimmt uns Newton mit auf eine Zeitreise, nachzulesen im Begleitheft zur Ausstellung. Er nimmt uns mit in die Zeit seiner Ausbildung in Berlin, auf Reisen und schließlich nach Paris. Hier begann Newton Anfang der 1960er Jahre seine Karriere als Modefotograf. Ab 1980 kamen Aktaufnahmen und Porträts in Hollywood dazu.

Dort traf Newton Mark Arbeit, George Holz und Just Loomis. Die drei Fotostudenten assistierten ihm gelegentlich in den Folgejahren und sind heute mit jeweils rund 50 eigenen Werken unter dem Titel „Three Boys from Pasadena“ Teil der gegenwärtigen Ausstellung in Fotografie-Museum. Und noch eine Person hat mit ihren Arbeiten Platz in der Schau gefunden – June Newton. In „June’s Room“ hängen private Newton-Fotos und eigene Aufnahmen der Ehefrau von Helmut Newton. Die australische Fotografin lernte Newton 1947 in Melbourne kennen. Ein Jahr später heirateten sie und gingen 1961 nach einigem Wechsel zwischen Europa uns Australien schließlich nach Paris. June Newton betreute die Projekte ihres Mannes und fotografierte unter dem Pseudonym Alice Springs selbst erfolgreich mit eigenen Ausstellungen. An ihrem Geburtstag im Juni 2004 eröffnete sie persönlich das Museum für Fotografie in Berlin. Text/Fotos: Sabine Bachert

  • Ausstellung SUMO im Museum für Fotografie Berlin bis 10. November 2019, Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr, Führungen sonntags 16 Uhr, Sonderführungen buchbar unter service@smb.museum

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