Anregende Begegnungen mit Kunst

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Da stehe ich vor einem Bild und denke, schön. Da hat sich der Maler was dabei gedacht. Wäre er greifbar, könnte mir der Maler sicher erklären, was ihn bewegte, genau diese Farben auf die Leinwand zu bringen. Mir gefällt das auch ohne Erklärung und ich danke ihm im Stillen, dass er dieses Werk gemalt hat. Ähnlich geht es mir, wenn ich ein Foto sehe, das mir das Extra der Natur oder Mensch und Tier in besonderen Situationen zeigt. Mir geht das Herz auf. Auch Bauwerke, die eine besondere Handschrift tragen, empfinde ich wie viele andere als Kunst. Ist Kunst etwas, das erklärt werden muss, um den Betrachter zu berühren? Oder ist das Kunst, was einen sofort begeistert? Ich denke, mal so und mal so. Auf jeden Fall ragt das Ergebnis über das Alltägliche hinaus. Und auch das gehört zur Kunst: Sie spiegelt die Gesellschaft, besondere Ereignisse oder die Geschichte wider. Dreimal hatte ich in letzter Zeit beeindruckende Begegnungen mit KUNST.

Erste Station Halle an der Saale.  Im Kunstmuseum Moritzburg www.kunstmuseum-moritzburg.de ist noch bis zum 6. Januar 2019 eine Sonderausstellung Gusdigtav Klimt gewidmet. Anlässlich des 100. Todestages des Wiener Jugendstilmeisters gelang es dem Museum, die einzige Klimt-Schau in Europa außerhalb Österreichs auszurichten. Mehr als 60 Zeichnungen und 10 Gemälde von Gustav Klimt (1862-1918) zeigen nicht nur das Ergebnis seines Schaffens. Gerade die Skizzen veranschaulichen dem Betrachter, wie sich der Künstler auf den Weg gemacht hat, um am Ende solch beeindruckende Werke wie das Porträt der Marie Henneberg zu schaffen. Außerdem zu sehen sind die Bilder „Eugenia Primavesi“ und Amalie Zuckerkandl und Landschaftsbilder. Eng verknüpft mit den Arbeiten von Gustav Klimt ist das Wirken von Hugo Henneberg, Ehemann der von Klimt porträtierten Marie Henneberg. Er wird in einem zweiten Teil der Sonderausstellung gewürdigt. Hugo Henneberg (1863–1918), war nicht nur Unternehmer, Physiker, Bauherr und Kunstmäzen. Er selbst widmete sich der damals modernen künstlerischen Fotografie. Henneberg starb wie Gustav Klimt vor 100 Jahren.

Zweite Station Albertinum Dresden. Mit einem Querschnitt ostdeutscher Malerei und Skulptur bieten die Staatlichen Kunstsammlungen www.skd.museum.de interessante Einblicke in das Schaffen der Künstler in der DDR von 1949 bis 1990. Walter Womacka und Werner Tübke, Hermann Glöckner und Frank Voigt gehören zu den bekannten Vertretern ostdeutscher Kunst. Gezeigt werden jedoch viele weitere. Engagierten mdeKuratoren der Staatlichen Kunstsammlungen ist es gelungen, diese Kunst der Zeit aus dem Bestand heraus öffentlich zu machen. Noch bis zum 7. Januar 2019 können Kunstinteressierte Einblicke erhalten in 40 Jahre einer Kunst und deren Wege, die Überschriften trugen wie „Sozialistischer Realismus“ oder „Bitterfelder Weg“. Die Ausstellung hat einerseits einen hohen Erinnerungswert. Andererseits ist sie zur Einordnung der DDR-Kunst in die Geschichte spannend. Hintergründe und viele Informationen bietet dabei das umfassende Begleitprogramm mit Themen wie „Kunsterziehung Ost versus Kunsterziehung West“ am 3. Januar (18.30 Uhr) oder Künstlergespräche mit Max Uhlig am 18. Dezember und Angela Hampel am 13. Dezember (jeweils 16.30 Uhr). Oder man vertraut sich einer Führung an. Mit ausreichend Zeit erfährt man nicht nur viel zu den Ausstellungsstücken und den Künstlern, es entwickeln sich garantiert spannende Gespräche zum Thema KUNST.

Dritte Station Panometer Leipzig. Nach dem Ende der Schau am 13. Januar 2019 verschwindet das 360-Grad-Panorama „Titanic“ von Yadegar Asisi wieder aus dem IMG_20180425_133644Leipziger Panometer. Auf einer 3500 Quadratmeter großen Panoramafläche verbindet Asisi hier seit 2003 Kunst und Architektur in wechselnden Schauen miteinander. Andere Ausstellungsorte sind Dresden, Hannover, Pforzheim, Rouen, die Lutherstadt Wittenberg und Berlin. www.asisi.de „Titanic“ nimmt den Besucher mit unter Wasser in die Zeit nach dem Schiffsunglück im April 1912. Im Tag- und Nachtrhythmus entführen Ton- und Lichtsimultationen in eine Zeit, die schon fast vergessen ist. Eine multimediale Begleitung ergänzt den Blick auf die Historie ebenso wie die 23 Meter hohe Rekonstruktion des Bugs der Titanic. Asisi studierte von 1973 bis 1978 Architektur an der Technischen Universität Dresden. Dem schloss sich ein Studium an der Hochschule der Künste in Berlin an. Sein Können und Wissen aus der Architektur und der Malerei bringt Asisi in Schauen zusammen, die durchaus Kunst in sich bergen. Und so habe ich das Panometer in meine Eingangsüberlegungen zur KUNST einbezogen. Fotos: Autorin

 

 

 

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