Ein Besuch bei Teddy „Fridolin“, Sandmännchen und Co.

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In einem kleinen Museum auf der Rothenburger Straße in Görlitz wecken über 3000 Exponate Erinnerungen an das Spielzeug von Generationen und die Lust selbst wieder zu spielen

Stellt euch vor, 84 Sandmännchen stimmen das Gute-Nacht-Lied an, das Generationen von Mädchen und Jungen jeden Abend 19 Uhr zu Bett schickte und noch heute schickt. Übrigens nicht nur im Osten Deutschlands. So einen kleinen Gesellen gab es auch im Westen. Doch hier geht es um den Kleinen mit der spitzen Mütze, der in der DDR zu Hause war. Richtig, es gab viel mehr als 84. In allen Größen und Kleidungsstilen, als Püppchen und Filmfigur, in Büchern und auf Kassetten.

Die 84, von denen hier die Rede ist, haben ihren Platz im Spielzeugmuseum Görlitz gefunden und gehören zu den rund 3 500 Exponaten, die hier ausgestellt sind. Beim Gang durch die Räume strahlen nicht nur Kinderaugen. Den Eltern und Großeltern geht ebenso das Herz auf. Holz- und Blechspielzeug gibt es da neben Kuscheltieren verschiedener Genrationen, Puppen und ihre Stuben, Fahrzeugen zum selbst Fahren oder schieben. Mittendrin eine Miniaturlandschaft auf rund vier Quadratmetern, geschaffen von dem Dresdner Modellbauer Wolfram Fiedler. Sie ist bestückt mit Seiffener Miniaturspielzeug aus der DDR-Zeit zwischen 1950 und 1985. Übrigens: Wer ganz genau hinschaut, entdeckt bestimmt die drei Figuren aus dem Abendgruß, die sich hier versteckt haben: Sandmännchen, Frau Elster und Pittiplatsch.

Die ständige Ausstellung, Quiz- und Bastelangebote für Kindergruppen oder Kindergeburtstage, Sonderausstellungen  wie die zur Indianer-Geschichte oder zu Star Wars, das Spielzimmer zum ausprobieren von Spielzeug und Spielen oder die Großspiele – das alles wird heute liebevoll und engagiert betreut von einem eingetragenen Verein. „Begründet hat die Sammlung einst der Vater von Thomas“, erzählt Kerstin Fiedler. Ihr Mann Thomas hatte  sich von dessen Leidenschaft inspirieren lassen und zum Beispiel eine Sammlung zur Geschichte der Indianer zusammengetragen. Zur Vereinsgründung kam es im Sommer 1998, wie auf der Internetseite nachzulesen ist. Da trafen sich acht enthusiastische und nimmermüde Optimisten, um im erzgebirgischen Neuhausen einen Verein für das Spielzeugmuseum Görlitz zu gründen. Eigentlich hatten die Begründer ja auf Unterstützung der Stadt Görlitz oder vom Kulturraum für das Museumsprojekt gehofft. Ein Förderantrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass nur regional bedeutsame Museen eine Förderung erfahren. Wer definiert, was regional ist? Diese Frage hat sich Kerstin Fiedler schon oft gestellt.

1999 erfolgte der Eintrag des Vereins beim Amtsgericht Görlitz, und das Finanzamt bescheinigte die vorläufige Gemeinnützigkeit. Zur Zeit zählt der Verein für das Spielzeugmuseum Görlitz e.V. 25 Mitglieder in ganz Deutschland, so z.B. aus Olbersdorf, Beiersdorf, Dresden, Reichenbach, Erbach, Darmstadt, Wiesbaden und natürlich auch aus Görlitzer nimmermüden Optimisten. Unterstützt wird das Projekt auch von Menschen wie Frau Schatz aus Görlitz. Sie hat eines Tages den Teddy „Fridolin“ vorbeigebracht und dazu noch eine ziemlich hohe Spende, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.

Das Spielzeugmuseum Görlitz auf der Rothenburger Straße ist Mittwoch bis Freitag von 10 bis 16 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 03581/405870 geöffnet. Darüber hinaus gibt es spezielle Termine wie die Gespensternacht am 31. Oktober ab 17 Uhr oder den Familientag am 9. Dezember. Fotos: Sabine Bachert

www.spielzeugmuseum-goerlitz.de

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