Verkehrsregelung und Spurensuche

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Spannende Einblicke ins Polizeimuseum Dresden

Sammeln ist eine Leidenschaft, die die Menschen seit Alters her beherrscht. Dieser Leidenschaft verdankt auch das Polizeimuseum Dresden seine Existenz. Zunächst sollten ab 1894 bedeutende Kriminalfälle nur für die angehenden Polizisten dokumentiert werden. Im damaligen Sitz der Dresdner Polizei im Coselpalais wurden dazu Lehrmaterialien wie Tatortskizzen, Geheimschriften und vieles mehr zusammengetragen. Im Jahre 1901 wurde nach rund fünfjähriger Bauzeit ein neues Polizeipräsidium an der Schießgasse übergeben. Noch heute ist das stattliche Gebäude Sitz der Dresdner Polizeibehörde. Von Anbeginn an wurden Ausstellungsräume für die stetig wachsende Dokumentation kriminalistischer und polizeilicher Arbeit eingeplant. Sie ist beredtes Zeugnis für die Aufgaben, die die Polizei im Laufe der Zeit zu bewerkstelligen hatte.

Und die waren sehr vielfältig. So waren einst die Polizeitruppen auch für den Brandschutz der Stadt zuständig und dafür, dass Pferdefuhrwerke von rechts kommend die Vorfahrt auf den Straßen hatten. Im Heiligen Römischen Reich (bis 1806) war die Polizei Teil der Justizbehörde und damit die Erfassung und Bewertung von Straftaten in einer Hand. Sachsen gründete bereits 1765 die erste eigenständige Polizeibehörde. Erst 30 Jahre später folgt Preußen mit einer eigenen Polizeiorganisation.

Am 1. Mai 1835 schließlich wird in Sachsen die erste staatliche Polizeibehörde gegründet, die ihren Sitz bis zum Neubau im Coselpalais hatte. 1854 wird die Kriminalpolizei gegründet. Bis 1864 ist die Polizeibehörde noch für das sichere ein- und ausschalten der Gaslaternen in Dresden zuständig und dafür, dass die „Elektrische“ unfallfrei durch die Stadt fahren kann. Verkehtsregelung anno dazumal. In den folgenden Jahren werden die Aufgabenfelder von Polizei, Kriminalbehörde und Justiz differenzierter, ihre Dokumentation folgedessen umfangreicher. Sie zu erfassen geschah ab 1894 wie bereit erwähnt – mit königlich-ministeriellem Beschluss und so gilt das Jahr als Gründungsjahr für das Polizeimuseum.

Heute umfasst die Polizeihistorische rund 1 000 Objekte. Ein Teil davon ist in den Räumen an der Schießgasse 7 zu sehen. Gezeigt werden unter anderem Uniformen, Helme, Polizeiwaffen, als Wanderstock getarnte Waffen, Zeugnisse spektakulärer Kriminalfälle aus DDR-Zeiten. Hinschauen und Nachlesen allein machen den Reiz eines Besuches nicht aus. Dresdner und Sachsens Polizeigeschichte wird erst „lebendig“ durch Wolfgang Schütze. Der Polizeioberkommissar führt mit spannenden Schilderungen durch die Jahrhunderte und viele Begenheiten. Dafür sagen wir herzlich Danke. Das Polizeimuseum hat keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Intertessierte können sich aber für eine Führung anmelden. Fotos: Autorin

 

Ein Kommentar

  1. Das war wirklich ganz interessante Geschichte. Nicht jeder liebt ja die Polizei, aber Ordnung und Sicherheit ist in jedem Jahrhundert ein wichtiger Aspekt des Zusammenlebens. Und wo erfährt man darüber solche Details. Es hat mich richtig begeistert. Ich finde, das sollte mehr in die Öffentlichkeit gelangen. Danke , das ich dabei sein durfte. Ich empfehle das auf jeden Fall weiter.

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