Meine Sommer-Spaziergänge 2018

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Orte mit Aha-Effekt. Heute: Zoo Dresden

Seit Mitte Mai sind Hugo I, II, III + IV – allesamt Aldabra-Riesenschildkröten – wieder im Freien zu sehen. Im Eiltempo eroberten sie ihre Außenanlage. Die derzeit größte und schwerste Riesenschildkröte Hugo IV bringt 218 kg auf die Waage. Auf der großen Sommerwiese fressen die vier Schwergewichte nach der Rundumversorgung im Haus nun Gras, Klee und Kräuter, die direkt unter ihren Füßen wachsen. Das ist nur eine von zahlreichen Informationen, die man auf der Internetseite des Dresdner Zoos erhält. Die  Mitglieder der Seniorengruppe des DJV Sachsen hatte das Vergnügen, sozusagen aus erster Hand Wissenswertes und Neuheiten über den Zoo Dresden zu erfahren. Zoologie-Chef Dr. Wolfgang Ludwig informierte persönlich über die Geschichte der Anlage, über die Aufgaben, die der Zoo – übrigens der viertälteste Zoo in Deutschland – für die Unterhaltung und Bildung seiner Besucher erfüllt und stellte Neuheiten vor.

Ein Blick in die Chronik zeigt, wie sehr sich Dresden für einen sehenswerten Zoo engagierte und es noch heute tut. Bereits 1861 zeigte der Dresdner Zoo eine beachtliche Sammlung niederer Affen und konnte um die Jahrhundertwende auch bemerkenswerte Haltungserfolge bei den Menschenaffen (Schimpansen und Orang-Utans) erzielen. Pionierarbeit wurde beim Bau eines großen Greifvogelflugkäfigs, seinerzeit einmalig in Europa und noch heute im Garten zu sehen, oder beim Bau eines Baumkäfigs für Orang-Utans geleistet. Beeindruckend ist auch, was in den 1920er Jahren durch Prof. Brandes mit der Aufzucht eines auf der Überfahrt von Sumatra nach Europa geborenen männlichen Orang-Utan-Kindes gelang. Die Geschichte von „Buschi” und seiner Mutter „Suma” erlangte weltweite Bekanntheit und Anerkennung.

Die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 machte auch vor dem Zoologischen Garten nicht halt. Bereits im Mai 1946 aber eröffnete der Garten wieder für die Besucher. Aus bescheidenen Anfängen entstand erneut ein Zoo, der 1961 zu seinem 100. Geburtstag 1,2 Millionen Besucher empfangen konnte. 1963 wurde das Raubtierhaus fertiggestellt und im Jahre 1967 konnte das Primatenhaus eingeweiht werden. 1969 eröffnete der Direktor Prof. Ullrich, der auch durch seine Fernsehserie sehr populär war, die Zooschule, die sofort großen Anklang fand.

1993 bestätigte die dresdner Stadtverordnetenversammlung das Konzept für den Um- und Ausbau des Zoologischen Gartens. Im Herbst 1997 wurde der „Zoo unter der Erde” eröffnet. Das Afrikahaus, eine Halle mit tropischer Bepflanzung, in der neben den Elefanten auch Affen untergebracht sind, wurde 1998 eröffnet. 1999 wurde die Tundraanlage fertig gestellt – eine Freianlage moderner Art. Und in diesem Jahr konnten die Elefanten in ihr modernes Domizil einziehen.

Der Zoo Dresden gehört mit rund 850 000 Besuchern im Jahr zu den am stärksten frequentierten Einrichtungen der Landeshauptstadt Dresden. Auf einer Fläche von rund 13 Hektar leben ca. 250 verschiedene Tierarten in rund 1 500 Exemplaren. Ein Tag oder mehrere Stunden, die wir eingeplant hatten, reicht natürlich nicht, um alle Tiere wenigstens kurz in Augenschein zu nehmen. Ob das je einem Besucher gelingt? Wäre bestimmt einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde wert. Tatsache ist, wer Spaß daran hat, kann täglich den Zoo besuchen. Er ist das ganze Jahr über geöffnet. Doch nicht nur die Tiere allein sind einen Besuch wert. In den letzten Jahren hat sich der Dresdner Zoo zu einer Erlebniswelt für groß und klein gemausert. Spielplätze für die Jüngsten, Ruheplätze vor an den Tiergehegen, ein reichliches Angebot für das leibliche Wohl runden das Schauen und Staunen über die bunte Tierwelt ab. Dazu kommen noch Zoo-Schule, spannende Führungen oder das kleine Zoo-Theater. Fotos: Autorin

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