Von Russisch Brot und anderen Leckereien

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DJV-Senioren besuchten Dresdner Traditionsunternehmen

Die Weihnachtsstollen sind fast verputzt, vom Gebäck sind bestenfalls noch Krümel und ein paar zerbrochene Kekse übrig. Alles Zeichen dafür, dass es gut gemundet hat, was  vor Weihnachten so eingekauft wurde. Hier reihen sich wohl auch die Leckereien ein, die die Mitglieder der DJV-Seniorengruppe im Dezember im Anschluss an das Kaffee trinken in der Dr. Quendt GmbH im Werksverkauf erworben haben. Für den letzten DJV-Seniorentreff im Jahr 2017 hatten die Macher wieder etwas ausgesucht, was mit Weihnachten und den bevorstehenden Feiertagen zu tun hat.

Alles, so erfahren die Anwesenden von Linda – an diesem Nachmittag charmante Begleitung durch die Welt des Dr. Quendt – begann mit der Herstellung von Original Wiener Waffeln und Bisquits durch Wenzel Eidam und den Dresdner Kaufmann Heinrich Vollmann im Jahre 1876. Aus der Waffelfabrik, nachzulesen in der Chronik des Unternehmens, wird 1937 die Dauerbackwarenfabrik „BERBÖ“, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wird. Nach dem Wiederaufbau der Firma wird ab 1959 in der Kaitzer Straße in Dresden Russisch Brot hergestellt. Die Jahre vergehen und egal, welche Ideen geboren werden, Russisch Brot ist beliebt und schwer zu haben.

In den 1980er Jahren macht ein Dresdner Ingenieurbüro von sich reden und mit ihm der Lebensmitteltechniker Dr. Hartmut Quendt. Sie entwickeln eine Produktionsstraße für Russisch Brot, die 1988 getestet wird. Das beliebte Gebäck wird 1991 das Herzstück der neu gegründeten Dr. Quendt Backwaren GmbH. Als auch das Konsum Backwarenkombinat aufgelöst wird, übernimmt Quendt die Herstellung von Dresdner Christstollen. Seit fast 20 Jahren werden Dinkelchen produziert. Kleine Knusperstücke, hergestellt aus dem Bruch von Russisch Brot und überzogen mit Schokolade. Bis zur Produktionsreife getestet von Hartmut Quendt in einem Betonmischer in der heimischen Garage.

Als die Dr. Quendt KG im Jahr 2011 das 20-jährige Firmenjubiläum sowie 135 Jahre Tradition und Backkunst in Dresden feiert, verzeichnet die Chronik den Umzug in das neue Werk in Dresden-Coschütz, einen Wechsel an der Spitze – Matthias Quendt übernimmt 2006 die Geschäftsführung – und einige neue Produkte. Da sind die Dinkelchen, die Original Bemmchen mit Röstzwiebel, Dominosteine und Feines Dresdner Konfekt, um nur einige Beispiele zu nennen.

Jedes Produkt, so Linda, hat seine ganz eigene Geschichte. Die spannendste ist wohl die von Russisch Brot – bis heute bekanntestes Erzeugnis des Unternehmens. Der Dresdner Bäckermeister Hanke – so die Legende – brachte das Rezept 1844 aus Russland von einer Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn mit und stellte es ab 1845 in seiner Bäckerei her. Der Name ist von dem russischen Wort Bukwy (deutsch: Buchstaben) abgeleitet. Eine andere Legende besagt, dass in Wien ab 1858 dieses Backwerk hergestellt wurde, das an die russische Tradition Brot zur Begrüßung zu reichen anknüpft. Seit 1904 stellt Bahlsen in Hannover das Gebäck unter den Bezeichnung „Leibniz-ABC“ her. Seit 2014 ist das Unternehmen Dr. Quendt in die Lambertz-Gruppe integriert. Als Teil der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. feierten die Mitarbeiter 2016 das 25-jährige Jubiläum des Dresdner Unternehmens, das seit Jahrzehnten fast wörtlich genommen in aller Munde ist. 

 

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