Es grüßen Fewa-Eva, Minol-Pirol und Co.

Sonderausstellung zur DDR-Reklamefiguren  im  Museum Kamenz

Es ist Jahre her, dass ich in Kamenz Station gemacht habe. Damals ging es um einen Lessingpreis, der an Nachwuchs-Schreiber vergeben wurde. Nun verführte mich eine Notiz dazu, wieder einmal hinzufahren. In den Städtischen Sammlungen im Malzhaus hat noch bis zum 28. Januar 2018 die Sonderausstellung „Reklamehelden“ geöffnet. Der Titel erinnerte mich, dass das Leipziger Messemännchen lange Zeit im Regal meines Zimmers stand. Und ich war wie viele andere eine begeisterte Guckerin der Werbefilme im DDR-Fernsehen. In meiner Erinnerung waren sie entspannt lustig.

Also auf zur Sonderausstellung nach Kamenz. Der Weg dorthin war weniger entspannt. Zwar ist der Parkplatz des Museums der Westlausitz, unter dessen Dach auch die Sonderausstellung zu sehen ist, gut erreichbar. Aber von dort aus geht es derzeit ziemlich beschwerlich weiter. Aufgrund von Straßenbauarbeiten ist der Zugang nur über Umwege erreichbar. Findet man im Zentrum einen Parkplatz, ist es leichter.

 

Die kleine, liebevoll zusammengestellte Ausstellung  lässt den Frust schnell vergessen. Im Eingangsbereich flimmert ein Werbefilm über den Bildschirm. Hinter Glas zaubern Minol-Pirol, Messemännchen, Fewa-Johanna, Panorama-Maskottchen, Mux-Kobold und all die anderen Figuren Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. Ein Großteil der  Ausstellungsstücke stammt aus der Sammlung von Frank Lange. Sein Spezialgebiet sind eigentlich Spielzeugfahrzeuge. Die Werbefiguren waren bislang schönes Beiwerk. Nun spielen sie für einige Wochen wieder eine Hauptrolle.

Das imposante Mux-Männchen, so Ragnit Michalicka von den Städtischen Sammlungen Kamenz, ist eine Leihgabe des Sänger- und Kaufmannsmuseums Finsterwalde. Die große Fewa-Johanna im „Waschhaus“ und auch die kleine Fewa- Räucherfrau sind Leihgaben des Chemnitzer Industriemuseums. Die Räucherfrau war übrigens eine Sonderanfertigung, die 1997 anlässlich einer Sonderschau in Chemnitz geschaffen wurde. Leider wird sie nicht mehr hergestellt. Die Leipziger Messe GmbH stellte das große Messemännchen zur Verfügung und die Kundi-Werbefilme das Deutsche Hygiene-Museum Dresden.

Ergänzt werden die Ausstellungsstücke von interessanten Informationen. Die erste Figur der Fewa-Johanna zum Beispiel wurde bereits 1938 geschaffen.  Fewa, 1932 entwickelt, war das erste vollsynthetische Feinwaschmittel der Welt. Gespannt studiere ich diese und weitere Details. Der kleine Rundgang schließt ab mit Werbeartikeln aus der Lausitz und Kamenz.

Wer  Interesse hat, findet Spannendes auch im Museum der Westlausitz selbst, durch das man hindurch geht auf dem Weg zur Sonderausstellung. Auch sonst ist die Lessingstadt  einen – vielleicht sogar geführten – Rundgang wert. Allein das Rathaus macht neugierig auf Stadtgeschichte. Der rostrote imposante Bau mit seinem 40 Meter hohen Turm entstand 1847/48 im Stil italienischer Neorenaissance.    Fotos: Autorin

www.städtische-sammlungen-kamenz.de

www.museum-westlausitz-kmenz.de

 

 

 

 

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