Eroberung erwünscht

 

Die Zitadelle Spandau bietet seinen Besuchern von Historie bis zur Gegenwart eine breite Palette und spannende Unterhaltung

Die 1197 erstmals erwähnte Burg Spandau wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Festung ausgebaut. Militärisch spielte die Zitadelle über Jahrhunderte eine recht exponierte Rolle, zumal sich in der nahegelegenen Ortschaft auch Militärindustrie angesiedelt hatte. Die Zeiten, da die Zitadelle sich vor allem über ihre militärische Nutzung darstellte, sind vorbei. „Zitadelle Berlin…viel mehr als eine Festung“ – steht auf dem Flyer, den jeder Besucher am Einlass in die Hand bekommt.

Ich war beeindruckt, wie geschickt die historischen Gebäude einbezogen sind. In der Exerzierhalle aus dem 19. Jahrhundert zum Beispiel sind Kanonen aus verschiedenen Epochen ausgestellt. Das Zeughaus, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, beherbergt das Stadtgeschichtliches Museum Spandau. Im Kanonenturm, der um 1700 errichtet wurde, haben die Galerie Kronprinz und eine Jugendkunstschule Quartier bezogen. In den Italienischen Höfen aus dem 16. und 19. Jahrhundert finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt. Sonderausstellung zeitgenössischer Kunst kann man in der Alten Kaserne erleben. Wer gut bei Puste ist, besteigt den Juliusturm, der seinen Ursprung im 13. Jahrhundert hat. Mich beeindruckte besonders die Schau „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ im Proviantmagazin aus dem 16. Bis 20. Jahrhundert. Allein hier erlebt der Besucher eine Zeitreise durch viele Jahrzehnte Berliner Geschichte. Insgesamt 14 markante Gebäude und Orte wollen besucht werden, wenn man die gesamte Zitadelle „erobern“ will. Dazu kommen noch die Ausblicke, die ein Spaziergang auf dem Wall bietet.

Wie fast jedes Museum der Zeitgeschichte hat auch die Zitadelle eine Besonderheit, die zu besuchen mir eine freundliche Mitarbeiterin sehr ans Herz legte – den Fledermaus-Keller. Etwa 10 000 Fledermäuse, so nachzulesen auf der Internetseite der Zitadelle, wählen in jedem Jahr die Zitadelle als Unterkunft, um ungestört die kalte Jahreszeit zu verschlafen…die Gemäuer gehören zu den wichtigsten Fledermaus-Winterquartieren in Europa…In einem Fledermaus-Schauraum kann man lebende Exemplare aus Südamerika beobachten…zum Frühjahrsbeginn starten in der Zitadelle die beliebten Fledermausführungen. Der Fledermauskeller ist täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Übrigens Öffnunsgzeiten: Die Zitadelle Spandau ist an 365 Tagen im Jahr von Montag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Und sie ist teilweise barrierefrei. Allerdings empfiehlt sich bequemes Schuhwerk, geht es doch im Außenbereich nicht nur entlang historischer Gebäude, sondern auch auf historischen Pflaster – im wahrsten Sinne des Wortes. Text und Fotos: Sabine Bachert

http://www.zitadelle-berlin.de

1 Comment

  1. Das Berlin immer eine Reise wert ist, wissen sicher viele. Aber was es da alles so zu entdecken gibt, ist ja höchst interessant. Sehr spannend! So eine Vielfalt an einem Ort macht neugierig. Wieder etwas dazu gelernt!

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