Ein Schatzkästchen der Natur

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Blühende Kamelien, Skulpturen und Exoten sowie blattfreie Ein- und Durchblicke machen derzeit den besonderen Reiz des Pillnitzer Schlossparks aus. Ein Ausflugstipp für Solo und Familien.

Jede Jahreszeit hat ihre Reize, sagen die einen. Vorlieben wird es immer geben, meinen die anderen. Wer offen ist für ihre Besonderheiten, kann jeder Jahreszeit etwas abgewinnen. Und auch den Zeiten dazwischen, ehe der Winter sich endgültig verabschiedet und der Frühling noch zaghaft seine Fühler ausstreckt. So wie im Moment. Um dieses Gefühl zu erleben, zog es mich jüngst nach Pillnitz. Mein erstes Ziel – die Kamelie. Seit etwa 230 Jahren zieht sie jedes Jahr Blumenfreunde und Parkbesucher in ihren Bann. Von Beginn an wird die Pflanze, die um 1800 vom königlichen Gärtner Terscheck an genau dieser Stelle eingesetzt wurde, in der kalten Jahreszeit abgedeckt und mit den wärmenden Sonnenstrahlen wieder offen gelegt. Den schützenden Stroh- und Bastmatten folgten Holzhäuser und andere Konstruktionen. Mit Spannung erlebten Interessierte jedes Jahr die Befreiung der Kamelie aus ihrem Winterquartier.

Seit 1992 steht die Pillnitzer Kamelie von Oktober bis Mai in einem fahrbaren, klimageregeltem Schutzhaus. In der Blütezeit von Februar bis April können Besucher täglich von 10 bis 17 Uhr im Haus die unterschiedlichen Stadien der erblühenden Schönheit bewundern. Und nicht nur das. In dieser Zeit kann man Ableger der legendären Pflanze für den Blumengarten zu Hause kaufen.

Exotische Pflanzen und Skulpturen

Vom Kamelienhaus führt mich der Weg weiter zum Palmenhaus. Hier kann man seit 2009 auf rund 600 Quadratmetern exotische Pflanzen aus Südafrika, Australien und Neuseeland bestaunen. Skulpturen von Malgorzala Chodakowska bereichern die Pflanzenwelt derzeit auf besondere und reizvolle Weise. Die exotische Blütenpracht im Pillnitzer Palmenhaus ist noch bis zum 31. März, täglich von 10 bis 16 Uhr zu erleben.

Die Geschichte des heutigen Palmenhauses reicht zurück bis ans Ende des 18. Jahrhunderts, als sich der Pillnitzer Schlossgarten zu einer naturwissenschaftlichen Pflanzensammelstätte entwickelte. Umfassendes zur Geschichte findet man auf den Tafeln im Palmenhaus und im Internet unter www.schlosspillnitz.de

Genug geschaut und nachgelesen. Obwohl es noch recht kühl ist, nehme ich auf einer Bank Platz, lasse den Blick durch den Park schweifen. Dann spaziere ich weiter. Über dem Schloss verschwindet zwischen den Wolken und über kahlem Geäst langsam die Sonne. Ich drehe mich um die eigene Achse, kann mich kaum sattsehen an den besonderen Blicken, die die winterlich laubfreien Bäume freigeben. Die Skulptur, die ich links von mir entdecke, kann sich auch noch nicht hinter Grün verstecken.

Es hat sich gelohnt, an einem Tag, der kein Winter mehr ist und noch fern vom wärmenden Frühling, nach Pillnitz zu pilgern. Nach dem Übersetzen mit der Fähre geht es mit der Tram Linie 2 zurück in die Stadt. Fotos: Autorin

 

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