Goldener Herbst in Niederösterreich

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Seit über 20 Jahren ist Niederösterreich mein bevorzugtes Reiseziel. Ostern in den erwachenden Weinbergen unterwegs sein, im Sommer in den offenen Themen-Gärten die Sonne genießen, im Herbst zur Zeit der Weinlese die Farbenpracht der Laubfärbung aufsaugen. Zur Winterzeit war ich erst einmal da. So richtigen Winter gibt es im Land der Weine nicht und Skipisten stehen sowieso nicht auf meiner Ausflugsliste. Traditionell nehmen wir Quartier in der Gemeinde Senftenberg. Im Gasthof Hintenberger gehören wir schon fast zur Familie. Abends beim Heurigen gibt es immer ein großes Hallo, wenn wir Sachsen auftauchen.
In diesem Herbst klappte es zu unserem Wunschtermin nicht in Senftenberg – im übrigen seit 1993 Partnergemeinde der Stadt Senftenberg im hiesigen Brandenburg. So landeten wir im nur wenige Kilometer entfernten Straß im Straßertale, in der Pension von Gertrud Dimming. Wir haben uns vor Jahren kennengelernt, als ich an einem verregneten Tag in ihren Weinkeller kam und mal einen neuen Wein ausprobieren wollte.
Wie Senftenberg ist Straß von ausgedehnten Weinbergen umgeben. Wobei dieselben eher Weingärten sind, weitläufig und mit nur wenigen Steillagen. Das reizte uns gleich am Tag unserer Ankunft, die vom Autofahren müden Glieder bei einer ausgedehnten Wanderung aufzumuntern. Unsere Wirtin empfahl uns den Bildstock Rundwanderweg. Der rund sechs Kilometer lange Weg führt durch eine reizvolle, fast romantische Landschaft und vorbei an 14 Flur- oder Holzkreuzen, Mahnmalen, Brücken und kleinen Kapellen. Alle haben ein Geschichte, die man auf der Internetseite der Gemeinde nachlesen kann. http://www.strassertal.at

Abends saßen wir dann beim Heurigen und – österreichische Lebensart – im Handumdrehen waren wir im Gespräch mit unseren Tischnachbarn. Fremdheit gibt es nicht bei Wein und Hausgeselchtem.
Gut ausgeruht starteten wir anderntags nach einem tollen Frühstück zum Schneeberg. Ich hatte Anne diesen Ausflug begeistert empfohlen. Immerhin ist der Schneeberg Teil eines rund 2 000 Meter hohen Bergmassivs in der Rax-Schneeberg-Gruppe in Niederösterreich, der höchste Berg Niederösterreichs und der östlichste sowie nördlichste Zweitausender der Alpen. http://www.schneebergbahn.at


Und dann das. Nach 150 Kilometer Anfahrt Nebel und kein einziger Sonnenstrahl. Trotzdem wollten wir hoch auf den Berg. Seit 1897 fährt eine Zahnradbahn auf das Plateau. An Fest- und Feiertagen eine historische und sonst der Salamander-Zug. Dessen Anblick lässt jedes Wetter zur Nebensache werden. Auf halber Höhe riss der Himmel auf – Sonnenschein pur. Der Ausflug war gerettet, auch wenn oben der Wind pfiff und das Wetter am Nachmittag ganz plötzlich wieder umschlug. Wir nutzten die Stunden bis zur Talfahrt für eine ausgiebige Wanderung rund um den Gipfel. Entspannt über sonnige Wege, schnaufend ein Stück den Berg hinauf und schließlich rutschend über ein Schneefeld. Unser Lachen schallte weithin, als ich mit einem Fuß aufstampfte und plötzlich mit dem ganzen Bein in einem Schneeloch verschwand. Müde, aber total begeistert, saßen wir am Abend wieder beim Heurigen in Straß.

Nach dem Sonnentag kam der Regen. Im Schlepptau herbstliches Grau. Nach Wandern war uns nicht. Aber die Region von St. Pölten bis Zwettl hat so viel zu bieten, dass wir leicht attraktive Ziele für uns fanden. Als erstes ging es nach Sprögnitz. Klingt nicht berühmt? Ist es aber. Von hier kommen die Sonnentor-Erzeugnisse, die auch hierzulande bekannt sind. Ausgiebig bummelten wir durch die Erlebniswelt, probierten Tees und kauften Gewürze. https://www.sonnentor.com/de-at

Von Sprögnitz ging es weiter nach Zwettl. Wäre das Wetter freundlicher, würden wir bei einer Stadtführung Fakten wie diese erfahren: Seit dem Jahr 1200 gilt Zwettl als Stadt. Im Jahr 1850 konstituierte sich die Ortsgemeinde Zwettl. Durch den Zusammenschluss von 13 Gemeinden entstand 1971 die Stadtgemeinde Zwettl in ihrer heutigen Form. So beschränkten wir uns auf einen Fototermin am Brunnen, den Friedensreich Hundertwasser 1994 am Hauptplatz von Zwettl errichtete. Und wir besuchten das Stift Zwettl. Das Zisterzienserstift Zwettl ist ein prachtvolles Barock-Ensemble. Die hier lebenden Mönche widmen sich heute der Seelsorge und einer umfassenden Bildungsarbeit für Kinder und Erwachsene.  Bibliothek und  Kirche sind  einen Besuch Wert. Besonders einladend fanden wir selbst an diesem regnerischen Tag die weitläufigen und wunderschön gestalteten Gartenanlagen des Stiftes. http://www.stift-zwettl.at

Bei einem guten Tropfen aus dem Weingut Dimming und mit lustigem Kartenspiel ging unser Kurzurlaub zu Ende. Die Rückreise über Tschechien war ebenso wie die Hinfahrt entspannt. Unser Fazit: Ein sehr schöner Kurzurlaub zwischen Wandern und Kultur. Dass wir uns ein zwei Flaschen ins Auto packten, versteht sich. So können wir die Zeit zu Hause noch einmal nacherleben.     Fotos: Sabine Bachert

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