Sommer-Tour 4: Altkötzschenbroda

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Schon meine ersten Schritte von der Hauptstraße aus um die Ecke wecken Erinnerungen an Kinderjahre in der Kleinstadt. Altkötzschenbroda durchzieht, was heute äußerst selten ist, ein Sommerweg. Er beginnt am Hotel „Goldener Anker“ und endet erst wenige Meter vor dem Platz an der Kirche. Auf den Rasenstreifen links und rechts stehen Tische und Stühle. Die meisten von ihnen bleiben an diesem Nachmittag leer. Mitten in der Woche ist das wohl kein Wunder. In wenigen Tagen wird das anders sein, dann drängeln sich die Besucher des Weinfestes wie jedes Jahr, schieben sich von Stand zu Stand, genießen den Wein und andere Köstlichkeiten.

„Verzeih´n Sie, mein Herr, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda?“ … fragte der Nachkriegsschlagerstar Bully Buhlan im Glenn-Miller-Sound und hatte damit Kötzschenbroda weithin bekannt gemacht.

Die Wochentags-Leere erfreut vielleicht die Gastwirte und Ladenbesitzer nicht. Mir aber bieten sie Raum für ungehinderte Blicke und gemütliches schlendern von Haus zu Haus, von Hof zu Hof. Ich beginne meinen Weg am Hotel „Goldener Anker“, einem wie es früher hieß „Concert und Ball-Etablissement“. Es ist wohl das kompakteste Haus im Ort. Alle anderen Häuser in Altkötzschenbroda sind klein, manche spitz, manche behäbig breit. Viele geben vom Hoftor aus den Blick frei in einen begrünten Innenhof, auf schöne alte Bäume oder auf Details moderner Architektur. Die fügt sich, das finde ich jedenfalls, gut ein ins Historische. Auch an Farbe und unterschiedlichen Bauweisen hat man nicht gespart. Von hellem Grau übers leuchtende Gelb bis hin dunklen Braun eines Fachwerkbaus ist alles dabei. Altkötzschenbroda wurde erstmals 1271 als „Coschebrode“ urkundlich erwähnt. 1924 erhielt der Ort das Stadtrecht und bereits 1935 wurde er nach Radebeul eingemeindet. Mehr zur Geschichte erfährt man unter http://www.altkoetzschenbroda.de/

Zurück zu diesem Sommertag, an dem die Elbe viel zu wenig Wasser führt. Die Namen, die die Besitzer ihren Häusern und Geschäften gegeben haben, zaubern Vorübergehenden ein Lächeln ins Gesicht. Der Friseur heißt hier „Hübschmacherei“, Kleidung gibt’s im „Modelädchen“, Leckeres Essen in der „Speisekammer“ oder der „Alten Apotheke“. Man kann in der „Schwarzen Seele“ einkehren, in Stumph’s Hof oder bei Stumph’s Nachbarn. Wer die deutsche Küche nicht will, geht in die Pizzaria „La Bella Vita“ und für Griechisch-Liebhaber gibt es im „Griechische Kneipchen“ Gyros und Co. unter dem Schriftzug „Zur grünen Linde“.
Doch nicht nur kulinarisch bietet Alkötzschenbroda so einiges. In der „Holzkiste“ kann man wunderbar stöbern oder bei „Emely“ schon im Sommer in handgefertigen Wintermützen kramen. Am Ende des Sommerweges, an dem eingangs erwähnten Platz steht die evangelisch-lutherische Friedenskirche. Deren Inneres ist sehenswert. Wer Zeit hat, lässt sich die Geschichte erklären. Und wer gut bei Puste ist, sollte auf den Turm steigen. Der Aufstieg wird mit einem Herrlichen Blick aufg das Elbtal einerseit und auf die Weinberge andererseits belohnt.
Auch diesmal habe ich mein Auto in der Garage gelassen. Für den Hinweg habe ich die S-Bahn genommen und dafür viele schöne Ausblicke auf schmucke Häuser und große Gartensparten genießen können. Zurück ging es mit der Straßenbahn vorbei an Industriebauten und manch neuem Unternehmen. Fotos: Sabine Bachert (7) https://cosel10site.me

 

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